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Wie sich herausstellte, hatte ich seit dem Unfall eine "homonyme Hemianopsie", praktisch eine Scheuklappe zur rechten Seite, allerdings an beiden Augen. Das bedeutete nun, dass ich nicht mehr Verkehrs tauglich war, sprich: nicht mit dem Auto fahren durfte, da beide Augen betroffen waren. Und im Falle eines Unfalls wäre ich dann nicht versichert gewesen! Da ich es aber gar nicht mag, wenn ich irgendwie abhängig bin, war es für mich am Anfang natürlich eine Katastrophe! Vor allem als man mir sagte, dagegen könne man nicht viel machen. Was sich dann aber glücklicherweise als Irrtum heraus stellte!

Doch erst mal von Anfang an:

Die erst Zeit nach dem Unfall war es nämlich noch ein Tunnelblick, als ob man durch ein Fernrohr sieht. Dann hat es sich von selbst wieder einigermaßen gebessert, zumindest nach links, oben und unten.                                   Zur rechten Seite konnte ich bald wieder hell und dunkel unterscheiden und langsam (ca. 2 J. nach d. Unfall) wurden erst Formen und schließlich auch Farben wieder erkennbar. Aber ein "kleiner Defekt" blieb mir leider doch noch übrig!

Im Juni/03 hatte ich dann das Glück und entdeckte beim Stöbern im Internet auf der HP der Uni in Magdeburg ein Trainingsprogramm speziell für diese Einschränkung! Es gibt also Ärzte und Kliniken, die auf diesem Gebiet spezialisiert sind und deshalb sollte man seinen Haus- oder Augenarzt "löchern" , um die geeigneten Adressen zu finden (am besten einen Neurologen, denn die "normalen Augenärzte" sind "nur" auf die Augen spezialisiert und meist nicht auf die Sehnerven!)!

Hier noch eine kurze Vorstellung des Trainings:

"Die Visuelle RestitutionsTherapie (VRT) ist eine Computergestützte Sehtherapie für Sehstörungen nach Schlaganfall oder Hirnschädigungen, wie die halbseitige Blindheit. Die Sehtherapie VRT wird zu Hause ohne Einnahme von Medikamenten, Operationen oder Krankenhausaufenthalt durchgeführt. Sie wurde auf der Grundlage langjähriger neuropsychologischer Forschungen des Instituts für Medizinische Psychologie der Universität Magdeburg entwickelt und klinisch geprüft.

Über 1000 Betroffene wurden bisher mit der VRT behandelt.
Über 65% der Patienten haben messbare Verbesserungen ihres Sehens erzielt und damit ein wichtiges Stück verloren gegangener Lebensqualität zurück erlangt."

Schließlich übte ich täglich (ab Okt./04 je 2x tägl. ca. 1/2 Stunde) über ein Jahr lang mit diesem speziellen Computer-Programm, um mein Gesichtsfeld zu erweitern. Dabei bemerkte ich gleich nach wenigen Tagen, dass sich da etwas verbessert! Und tatsächlich: Seit Nov./06 bin ich wieder mit dem Auto unterwegs! Was für ein tolles Gefühl, juhu!!!


Die Kosten für dieses Sehtraining werden von den Krankenkassen leider (noch) nicht übernommen, weil es dieses auch noch nicht so lange gibt. Allerdings sollte man sich über den persönlichen Wert der Erweiterung des Gesichtsfeldes Gedanken machen.

Meine Übungen mache ich gelegentlich auch weiterhin. Zu Hause bewegt sich doch nicht allzuviel und am Computer konzentriert man sich meistens auf den Bildschirm.:

1. Viel spazierengehen, min. 1/2 Std. täglich, um das Umfeld wieder besser wahrnehmen und einschätzen zu können!

2. Nicht zu lange am Computer sitzen, das ermüdet die Augen zu schnell. Lieber zwischendurch eine kleine Pause, wenn möglich hinlegen, die Augen schließen und die Hand darauf legen (da entspannen sich die Augen hervorragend!).

3. Einen Styroporball in der Größe eines Tennisballs (möglichst bunt) mit einer Gummischnur an die Decke hängen, gelegentlich anstupsen und die Bewegungen verfolgen indem man sich seitlich davon hinstellt und auf einen festen Punkt konzentriert.

4. Zur Abwechslung mit den Augen eine "liegende 8" nachfahren. Das hilft den Gehirnhälften, sich wieder besser zu vereinen, da sie durch einen Sturz oft etwas "zerrüttet" werden.

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