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Nach einem längeren Krankenhausaufenthalt hat man erst einmal keinen Überblick, wie es weitergeht. Deshalb hier ein paar wichtige Punkte:

Sobald man sich in einer Reha-Klinik befindet und die ersten Tage der Untersuchung hinter sich hat, sollte man sich mit den Therapeuten unterhalten, welche Anwendungen noch angebracht wären. Manche Ärzte sind dort zur Weiterbildung und wissen teilweise noch nicht genau, welche Art der Therapien bei solch eher seltenen Verletzungen noch wichtig wären, wie z. B.:

Lymphdrainage, Ergotherapie, Elektrotherapie (mit Reizstrom, auch wenn Metall im Handgelenk ist, am Oberarm wäre es zumindest wichtig!), Krankengymnastik, Aufbautraining (um die noch oder wieder beweglichen Körperteile vor dem "einrosten" zu bewahren!), Trainingstherapie (um die "verkümmerten" Muskeln wieder aufzubereiten).

Wenn man Verletzungen an mehreren Körperteilen erlitten hat, sollte man nicht damit rechnen, dass man dann nach drei Wochen (wie "normale" Reha-Patienten) wieder zu Hause ist! Das kann sich bis zu zehn Wochen hinziehen, bis man wieder einigermaßen hergestellt ist. Aber wenn man dann zurückblickt, ist diese Zeit auch schnell vergangen.

Sobald man wieder zu Hause ist (oder ein paar Wochen vorher!), sollte man sich gleich mit den Therapeuten in der Nähe in Verbindung setzen und mit dem Haus- oder Durchgangsarzt (bei Arbeitsunfällen, dessen Adresse erfährt man bei der zuständigen Berufsgenossenschaft).

Wenn das abgeklärt ist, geht es weiter mit den verschiedenen Ämtern:

Die Prozente der körperlichen Beeinträchtigung (gefällt mir besser, als Behinderung!) stellt das Amt für Versorgung und Familienförderung fest. Diese Prozente sind für die Steuern und verschiedene andere Vergünstigungen sehr wichtig! Man sollte das Ganze auch gleich auf den Unfalltag zurückdatieren lassen, da man diese Schäden seitdem hat.

Ein weiterer Punkt ist die Erwerbsminderungsrente, die man auf dem Sozialamt der Gemeinde oder Stadtverwaltung beantragen kann. Man sollte aber genauestens nachfragen, welche Unterlagen benötigt werden und genügend Zeit mitnehmen! Das Krankengeld wird nämlich "nur" 18 Monate lang bezahlt. Man sollte sich also ziemlich bald darum kümmern, falls man das nicht schon in der Reha-Klinik erledigt hat (bei Freizeitunfall, wegen der Krankenversicherung!).

Es wäre auch nicht schlecht, wenn man sich um eine Mitgliedschaft beim Verband der Kriegsopfer und Wehrdienstgeschädigten (oder ähnliche Vereine) bemüht (auch, wenn die "Geschädigte" weiblich ist!). Über den Verband sind Hilfsmittel zur beruflichen Wiedereingliederung erhältlich und sie helfen auch bei Problemen mit den Ämtern.

Wer jedoch keinem Verein beitreten will, kann sich bei sozialrechtlichen Problemen z. B. vom Rentenbüro Hilfe holen (bundesweit!). Auch bei (Sozial-)gerichtlichen Angelegenheiten kann man sich

Als nächster Punkt ist da noch das Landratsamt zu benennen. Wenn man als "einarmiger Bandit" wieder als verkehrstüchtig gelten will, braucht man ein Fahrzeug mit Automatikgetriebe, wenn nötig mit noch ein paar kleinen Änderungen. Das heißt also, nach der verkehrstechnischen Untersuchung muss der Führerschein geändert werden! Falls es nämlich zu einem Unfall kommen sollte, kann es passieren, dass die Versicherung aussteigt! Für die Untersuchung erhält man bei der Führerscheinstelle die zuständigen Adressen.

Dies alles bedeutet nun, eine Untersuchung nach der anderen, und immer mit sämtlichen Befunden und Röntgenbildern! Nachdem es mit solchen Verletzungen natürlich nicht so einfach ist, wenn man mitsamt den Unterlagen teilweise so oft umsteigen muss (Bus, Bahn), sollte man nachfragen, ob es wohnortnah möglich wäre. Sollte man nämlich auf ein Taxi angewiesen sein, kann es teuer werden. Die Ämter erstatten zwar zum Teil die Fahrtkosten, man muss aber vorher einen Antrag stellen, oder zumindest nachfragen!

Patienten mit solch schweren Verletzungen geraten sehr schnell und oft ins Grübeln über den Sinn des Lebens! Deshalb ist es sehr wichtig, dass man sich neue Ziele setzt! Noch dazu, wenn man seine Berufe immer selbst ausgesucht hat und zu hören bekommt, das sei nun nicht mehr möglich. Aber anstatt zu verzweifeln, sollte man vor allem das machen, was einem Spaß macht! Denn die Zeit, die man nochmals zur Verfügung gestellt bekommen hat, die muss man einfach genießen! Man sollte sich immer vor Augen halten, dass es viel schlimmer hätte kommen können!

Ein weiterer Punkt bei der "Zukunftsplanung" ist die Umschulung. Bei den Betroffenen von Arbeitsunfällen kümmert sich ein Berufshelfer der BG um die Berufsfindung, den Zeitpunkt kann man aushandeln. Vor allem, wenn man an mehreren Stellen größere Schäden hat, sollte man nicht gleich anschließend mit der Umschulung beginnen. Wenn der Heilungsprozess nämlich noch im Auftrieb ist, läuft man Gefahr, dass es zum Stillstand kommt, oder sogar wieder schlechter wird. Denn die Zeit, die man dann in den beruflichen Werdegang investiert, die fehlt dann wieder von der üblichen Trainingszeit. Denn außer den Therapeuten sollte man sich selbst mehrmals täglich mit der stetigen Verbesserung seiner Mobilität beschäftigen!

Und das können Stunden (!!!) sein.


Diejenigen, bei denen ein Freizeitunfall diese Läsionen ausgelöst hat, müssen sich stattdessen erst beim Arbeitsamt informieren.

Was auch nicht außer acht gelassen werden sollte, sind die Phantomschmerzen. Hierfür gibt es leider kein Allgemeinheilmittel. Am besten wendet man sich in solchen Fällen direkt an ein Schmerzzentrum. Sollte man nach einiger Zeit jedoch feststellen, dass Medikamente auf Dauer auch nicht helfen, kann man sich auch langsam herunterdosieren, wenn man ganz auf diese verzichten will.

Wenn das "beschädigte Element" jedoch nach ärztlicher und therapeutischer Versorgung wieder seinen (fast!!!) üblichen Tätigkeiten nachgeht (was jedoch sehr viel Zeit in Anspruch nimmt), werden diese Schmerzen auch wieder weniger!

zuletzt aktualisiert am 09.06.14


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